Forschungsgruppe

Komponieren in Ostdeutschland seit 1949

Seit den gesellschaftlichen Umbrüchen, welche die friedliche Revolution 1989/90 mit sich brachte, ist das Schaffen vieler Künstler:innen mit DDR-Biographie in mal mehr, mal weniger vollständige Vergessenheit geraten – aus den vielfältigsten Gründen. In dieser Forschungsgruppe beschäftigen wir uns seit mehreren Jahren mit der erstaunlichen Fülle und stilistischen Vielfalt an Musik, die in der DDR und den heutigen Neuen Bundesländern entstanden ist und weiter entsteht. Dabei liegt unser Fokus bisher vor allem auf der sogenannten „Neuen Musik“ bzw. der „zeitgenössischen Klassik“ im weitesten Sinne, ihre wechselhafte Stellung in der Kulturpolitik und die ästhetischen Entwicklungen, die sich über die 40 Jahre und die Nachwendezeit teils bis heute beobachten lassen. Dabei stellen sich spannende Fragen zur Problematik der künstlerischen Freiheit und der vielfältigen Strategien und Zwiespältigkeiten im Umgang mit politischen Gegebenheiten und Lebensrealitäten, aber auch zu Position und Interaktion der Komponist:innen und Musiker:innen im innerdeutschen, internationalen und musikhistorischen Kontext. Neben Literatur- & Quellenrecherche, Repertoire-Erkundung und einzelnen werkanalytischen Betrachtungen spielen bei unserer Beschäftigung mit diesen Themen nicht zuletzt auch Zeitzeugengespräche eine wichtige Rolle.
 
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen – wir würden uns auch über Input freuen, der unseren Fokus auf bspw. Popularmusik, Jazz oder ganz andere Kunst- & Kultursparten erweitert!
 
Aiko Herrmann & Felix Dietze